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Ich bin eine „17”-jährige Ameise




Ich bin eine „17”-jährige Ameise

Ja, das bin ich. Eine Ameise mit einem Rucksack, den ich seit letztem Jahr selber tragen muss. Meine Mami und Papi haben mir befohlen, diesen Rucksack täglich von den körperlichen und geistlichen Bedürfnissen einzuf
üllen. So was habe ich nicht kapiert. Noch nicht.
Vor einem Jahr war ich kräftig auf der Suche nach allem.
Auf der Suche nach tiefem Glück, ewiger Freude, Intimität, Sicherheit, Aufmerksamkeit und Freiheit. Dazwischen habe ich ein paar mal Pause unter einer Pilze gemacht und habe da unten meinen ersten Zucker als „17”-jährige Ameise genossen.
Ich dachte, ich könnte ewig satt sein von diesem Zucker. Doch nicht.
Ich dachte, ich könnte ewig sicherlich unter der Pilze von dem Regen oder größeren Insekten geschützt werden. Oh doch nicht.
Die Pilze war einfach weg gepflückt.
Ich dachte, ich könnte zufrieden bleiben, da ich meine Ameisi gefunden habe. Doch hat das nur kurzfristig gedauert.
Moment mal! Hast du schon mal unsere Lauf-Formation an der Wand beobachtet? Wir begrüßen uns gerne einander, wenn wir andere Ameise überholen wollen. Wir bieten sogar auch Hilfe an, um Zucker oder Krümel hoch zu tragen. Na, ich dachte, ich könnte Hilfe und Freundlichkeit für immer und ewig von anderen Ameisen bekommen, aber doch echt nicht.
Und dann kam eine arme Ameise zu mir, die gar keinen Rucksack hat und mir das Geheimnis erzählt;
In unserem Königreich von Ameise haben wir eine Königin. Ende unserer Reise erfahren wir Paceklik- Tag. Bis zu diesem Tag müssen wir gutes Essen sammeln und zur geehrten Königin bringen. Genau an diesem Tag werden wir vor ihr verurteilt, ob wir unseren Rucksack überhaupt mit gutem Essen vollgemacht haben oder nicht und ob wir durch den langweiligen schwierigen Weg in Formation gelaufen sind oder nicht. Und ob wir uns dem ein einzigen Weg, dem ein einzigen Leben und der ein einziger Wahrheit in unserer Reise vertraut haben (Joh 14, 6)
Ich habe mich trotzdem gefragt, warum wir unseren Rucksack täglich vollmachen sollen und diese lange oder doch kurze Reise durch den langweiligen schwierigen Weg machen sollen. Wie schrecklich ist das. Ich bin doch schon „17” und darf mich für mich selber alles entscheiden. Ist diese Geschichte voll quatsch, nicht?!
Mit wütendem Herzen gehe ich von der armen Ameise weg. Diese Reise geht sowieso weiter!
Nach einem Sonnenuntergang habe ich aber langsam gemerkt,dass dieser Paceklik Tag doch bald kommt. Ich schaue links und rechts. Die andere Ameisen, die durch ihren „eigenen Weg” laufen, töten einander. Ihr Glück kommt aus dem Zucker. Sie klauen das Essen ihres Nachbars. Hilfsbereitschaft haben sie kaum. Ameise gegen Ameise. Ihre Zufriedenheit kommt aus tierischer Intimität. Genau wie sie sind. Um sich zu schützen, bauen sie ihre Häuser auf Sand (Matthäus 7, 26).
Das hat lange Zeit gedauert bis ich aufgegeben habe, gegen mein Gewissen zu kämpfen. Ich habe versucht die Stille der Nacht zu verstehen. Die Stille meines Herzen. Schmutziges sündiges Herz, dem ich nicht folgen sollte. Seitdem ich versucht habe, meinen Rucksack voll mit dem körperlichen und geistlichen Essen vollzumachen und durch den langweiligen Weg zu laufen, darf ich unendliche Zufriedenheit, schönste Intimität, ewige Sicherheit und Freiheit bekommen, erfahren.
Fast zwei Jahre schon in dieser Reise als Ausländer, als Kind, als Schwester, als Freundin, als Niemand. Und auch als Bleistift des Gottes, hoffentlich. Der Herr soll als der Verfasser, und ich als das Mittel, um sein Will zu schreiben, zu tun.
Also, nicht mein Will.

All love, Ameise.

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